Introvertierte Menschen zu inspirieren ist mir ein persönliches Anliegen

Aktualisiert: März 7

Stille, tiefsinnige Menschen stehen nicht gerne im Vordergrund. Sie reden nicht viel, denken aber umso gründlicher und dadurch ist ihr individueller Beitrag so wichtig in einer immer lauteren und schneller gewordenen Welt.





Inspiration



Gerade sitze ich in einem meiner absoluten Lieblings-Cafés: Tribeca in Paderborn @tribecacoffeepaderborn. Ein Karamell Macchiato verwöhnt meine Sinne. Es ist Rosenmontag und der Laden brummt.

Work in an inspirational environment

Am Nachbartisch sitzen zwei Männer, Mitte 20, und unterhalten sich recht angeregt. Vor meinem Laptop sitzend, habe ich vor an meinem Blog zu schreiben. Das Gespräch blende ich zunächst aus.


Dann wird es etwas leidenschaftlicher und ich kann nicht mehr weghören. Dieser Zustand würde mich normalerweise stören, doch gerade haut es mich von meinem Stuhl.


Die Beiden unterhalten sich über Empathie, Mitgefühl, Schicksal, Kraft der Gedanken, Tiefe und wie persönliche Wirkung funktioniert. Jeder Satz sitzt und hat Substanz. Und ich bin komplett baff.


Begonnen hatte ich meinen Blog so: "2020 leben und denken die meisten von uns immer noch in ganz großen Standards. Teilweise aus dem Elternhaus übernommen, teilweise gesellschaftlich geprägt. Ganz viel wird inzwischen auch multimedial verbreitet und erweist sich als viel zu wirksam.


Es gibt bestimmte Bilder, die vorbehaltlos von vielen übernommen werden und diesen Bildern zu entsprechen wird als oberste Priorität angesehen. Alles, was sich diesem Schema nicht beugt, wird mindestens gewertet. Schlimmstenfalls sogar verachtet, angefeindet, mit Hate-Kommentaren belästigt, an den Rand geschoben. Ohne Rücksicht, ohne Respekt.


Warum?"


Die Inspiration des Momentes aufgreifend, entspanne ich mich und schöpfe große Hoffnung. An meinem Nachbartisch wird gerade über Bauchgefühl und innere Einstellung gesprochen. Ich lächle und genieße zufrieden meinen Macchiato.




4 Introverts



45 Jahre meines Lebens habe ich mit Glaubenssätzen und Meinungen a la: "Du bist nicht normal“, "Das kannst Du nicht“, " Steck nicht ständig die Nase in deine Bücher “ oder „Geh mal unter die Leute“ u.v.m. gelebt.


Interessanterweise habe ich immer schon gefühlt, dass mit mir alles in Ordnung ist und diese Gedanken dort belassen, wo sie hingehörten: Bei der Person, die sie ausgesprochen hat.

Life-Backpack-what are you filling it with?

Ganz vieles davon ist dennoch als Müll im Rucksack meines Lebens gelandet. Diesen Ballast habe ich viel zu lange mitgeschleppt und mich leider in vielerlei Hinsicht davon hindern lassen.


Der Moment des Erkennens war in meiner Ausbildung als Image Coach. Ich lernte anders in die Tiefe meines Wesens einzutauchen und holte viel wertvolles aber ungenutztes Potenzial raus.


Dann verstand ich, dass mein „Anderssein“ mit 69 % Introversion und mit einer erheblichen Portion Hypersensibilität zusammenhängt. Ein Mensch unter vielen, die besondere Antennen haben, ihre Akkus in Ruhe und Rückzug aufladen und keinen Wert auf großen Bahnhof um ihre Person legen.


Ich weiß um die Selbstwert-Verwirrung, um die Nebel im Selbst-Bewusstsein und um das weggenommene Selbstvertrauen stiller Menschen. Wir sind viele!





Free yourself!






Das Stadium eines „Opfers der Umstände“ zu verlassen, die Kraft und Energie zu spüren, die dadurch freigesetzt wurden und die ich plötzlich für mich einsetzen konnte, empfinde ich bis heute als das größte Geschenk, das ich mir selbst machen konnte.


Das möchte ich gerne weitergeben und teilen.


Auf diesem Weg breche ich mit einigen vorhandenen Bildern und mit deren negativen Behaftung. Ich breche mit dem System des „Kaschierens oder „Versteckens“ von „Problemzonen“. An Perfektionismus glaube ich nicht.


Ich hinterfrage Traditionen und vorgegebene gesellschaftliche Standards. Vorgelebte Werte kommen auf den Prüfstand.


Was ist mir persönlich wichtig? Welche Werte spiegeln meine eigene Einstellung zum Leben wider? Wie will ich meine Persönlichkeit sinnvoll zum Ausdruck bringen?





Der Zauber der nonverbalen Kommunikation



Different people, different styles, different effects.

Sobald wir die eigenen vier Wände verlassen, noch bevor wir ein einziges Wort gesagt haben, verraten wir schon einiges über uns selbst. Es sind die Sprache unseres Körpers, unser Gesichtsausdruck, unsere Gestik, unsere Kleidung und der Zustand unserer gesamten Erscheinung, die eine sehr wahrnehmbare Sprache sprechen.


Nonverbal=ohne ein einziges Wort.


Die Art, in der wir von unserer Außenwelt wahrgenommen werden, hat nicht wirklich viel mit Kleidergrößen zu tun. Was der Betrachter zunächst wahrnimmt ist die Einstellung zu sich selbst (Attitüde, Körpersprache, gepflegte Erscheinung) und die mehr oder weniger gelungene Balance in den Körperproportionen.


Witzig: Das weiß der Betrachter noch nicht einmal, weil es völlig unbewusst passiert.


Das bedeutet: Wenn jemand die Geheimnisse der nonverbalen Kommunikation kennt (Körpersprache, innere Einstellung, Farben, Formen, Proportionen, Accessoires, souveränes Verhalten) und weiß, diese für sich einzusetzen, erzeugt sie/er mit Leichtigkeit und ohne Aufregung ein authentisches Bild. Ganz ohne Worte.




In der Ruhe liegt die Kraft



Zeit mit sich selbst: Die wichtigste Verabredung des Tages.

Schneller, höher, weiter? Sich selbst überholen und permanent optimieren wollen? Allen gefallen wollen und überall mitmachen, aus lauter Angst, etwas zu verpassen? Wer's mag...


Ich nenne das: Verpasstes Leben.


Dieses Rauschen durch die eigene Existenz, permanent woanders sein, als in der Gegenwart, sich in allen Richtungen zu verteilen, lenkt wunderbar von dem ab, was so essentiell wichtig ist: Wer bin ich und was ist mein Beitrag zu diesem, jetzigen Leben?


Ich bin der Überzeugung, dass in der Überlegung und Ruhe introvertierter Menschen viel fokussierte, ausgleichende, positive Energie steckt. Energie, die wir nun gut investieren sollten. Wir haben eine Verantwortung, die Welt braucht uns!


Wer ist dabei?


Bleiben Sie bei sich!


Ihre

Corina Stoian



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